Trinkhorn, Trinkhörner, Rufhörner, Met
Trinkhörner
Als Trinkhorn bezeichnet man ein schon im Altertum gebräuchliches Trinkgefäß, das ursprünglich aus Tierhörnern (Büffel oder Ochsen) angefertigt, von den Griechen aber, wie das Rhyton, dessen Mündung von einem Tierkopf gebildet wurde, zur Zeit verfeinerter Kultur in Ton und Metall nachgebildet wurde.
Archäologische Nachweise zur Verwendung von Trinkhörnern, in Form von Metallbeschlägen und Aufhängegarnituren, stammen bereits aus der Bronzezeit.
Eine Beeindruckende Sammlung von neun mit Bronze und Gold beschlagenen wurde dem so genannten Keltenfürst von Hochdorf mit ins Grab gegeben.
Aus der späteren Eisenzeit gibt es ebenfalls Nachweise von nachgebildeten Trinkhörnern aus Metall, Keramik und auch Glas.
Aufgrund der oft aufwändigen Verzierungen mit wertvollen Materialien werden Trinkhörner oft als repräsentative Trinkgefäße für besondere Anlässe, wie zum Beispiel einem offiziellen Willkommenstrunk, oder auch für kultisch religiöse Handlungen aufgefasst.
Ein literarischer Beleg für die Verwendung von Trinkhörnern (cornu urii) gibt Julius Caesar in De bello gallico (Buch 6, Kap. 28):
Amplitudo cornuum et figura et species multum a nostrorum boum cornibus differt. Haec studiose conquisita ab labris argento circumcludunt atque in amplissimis epulis pro poculis utuntur.
Ihre Hörner sind an Umfang, Gestalt und Aussehen ganz verschieden von denen unserer Stiere. Sie sind dort sehr gesucht; man faßt den Rand mit Silber ein und gebraucht sie bei Gastmählern, wenn es hoch hergehen soll, als Trinkgefäße.
Im sogenannten Sterbelied des sagenhaften Wikingerkönigs Ragnar Lodbrok wird in der 25. Strophe davon berichtet, dass die toten Helden in Valholl Bier aus krummen Hölzern der Schädel trinken werden.
Hierbei bedeute das Kenning krumme Hölzer der Schädel Trinkhörner.
Im gotischen Mittelalter waren Trinkhörner Gegenstand aufwändiger künstlerischer Verzierung, indem sie in Metall, vornehmlich in vergoldetes Silber, gefasst und mit einem Fuß oder gar mit einem architektonischen Unterbau versehen wurden.
Neben Tierhörnern wurden auch ausgehöhlte Elefantenzähne, später Rhinozeros- und Narwalzähne benutzt, die entweder nur poliert, oder mit Schnitzereien verziert wurden. Die Renaissance bildete das Trinkhorn zu einem Prunkgefäß von höchstem Luxus aus. Zuletzt wurden auch die Hörner selbst in Glas und Silber nachgebildet.
Quelle: Wikipedia
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